Die Defibrillation stellt neben Beatmung und Herzdruckmassage die wichtigste Massnahme für die erfolgreiche Reanimation eines Menschen dar. Unter Frühdefibrillation versteht man, dass ein Notfallpatient mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand zum frühestmöglichen Zeitpunkt (auch von Laien) defibrilliert wird.

Eine häufige Ursache für das Auftreten eines Herz-Kreislauf-Stillstandes ist eine Störung oder der Ausfall des herzeigenen Reizleitunssystemes. Der Herzmuskel erhält keine regelmäßigen elektrischen Impulse mehr und gerät aus dem Takt. Die Frequenz der Herzschläge kann von etwa 70 auf bis zu 500 Schläge pro Minute ansteigen. Das ist zu schnell für das Herz, es kann nicht mehr pumpen, der Kreislauf bricht zusammen und sowohl das Gehirn als auch der restliche Körper werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Bereits nach wenigen Minuten kann es zu Hirnschäden kommen – und genau hier kann das rasche Stattfinden von korrekter Wiederbelebung inklusive dem Einsatz eines Defibrillators den entscheidenden Unterschied machen.

Doch in Österreich hängen noch viel zu wenige dieser Geräte im öffentlichen Raum, obwohl die Zahlen durchaus für eine Anbringung solcher Geräte sprechen. Sieben von zehn Betroffenen könnten ein Kammerflimmern oder einen Herzstillstand überleben, wenn frühzeitig geholfen wird.

Defis an öffentlichen Plätzen werden mit diesem Symbol gekennzeichnet.
 

Wie funktioniert ein Defibrillator?

Defibrillatoren können durch die Auslösung eines sogennanten "Schocks" von der Körperoberfläche aus einen elektrischen Impuls an das Herz abgeben, wodurch das Reizleitungssystem in manchen Fällen zur Wiederaufnahme seiner Funktion angeregt werden kann.

Da dies aber nur mehr bei manchem Funktionsstörungen sinnvoll ist, können Defibrillatoren das Herz eines Patienten auf interventionspflichtige Rhythmen analysieren. Sie erlauben dem Anwender, mit Sprachanweisungen und optischen Signalen, einen Schock auszulösen. Nur bei schockwürdigen Rhythmen (bei Kreislaufstillstand in Kombination mit Kammerflimmern oder Kammertachykardie ) wird ein Schock freigegeben. Die Geräte arbeiten äußerst zuverlässig.

Man kann also als Laie einen nicht-schockwürdigen Patienten mit solchen Geräten nicht schocken: Man kann nichts falsch machen!

Zwei große Klebeelektroden des Defibrillator, welche vom Ersthelfer am Patienten angebracht werden, dienen einerseits zur Analyse des vorliegenden Funktionsstörung, andererseits zur Abgabe der elektrischen Impulse. Die Defibrillation über diese Pads ist ausgesprochen sicher, da während der Energieabgabe niemand am Patienten manipulieren muss/darf und der Kontakt der Pads zur Haut sehr gut und großflächig ist.

Nach dem Öffnen des Gerätes (bzw. bei manchen nach dem Einschalten) gibt dieses selbstständig Anweisungen, fordert den Laien auf Elektroden auszupacken, Schutzfolien abzuziehen und die Elektroden auf den entblößten Oberkörper des Patienten anzubringen. Außerdem gibt der Defi auch Anweisungen wie der Laie reanimieren soll. Einige Geräte haben sogar einen eingebauten Taktzähler, der den Helfer dabei unterstützen soll, die ideale Reanimationsfrequenz zu erreichen (100x Herzdruckmassage pro Minute).

Haben Sie keine Scheu diese lebensrettenden Geräte, wenn sie verfügbar sind, auch zu benützen. Wenn Sie den Anweisungen des Defi's folge leisten können Sie gar nichts falsch machen. Ganz im Gegenteil, Sie machen dann sogar sehr viel richtig.

 

Bilder von gängigen Laien-Defibrillatoren: